Ringen: DRB-Kaderturnier U23 im freien Stil in Kleve (NRW)
Deutschlands Ringerelite im freien Stil maß sich Wochenende, beim DRB-Kaderturnier U 23 im freien Stil in Kleve. Mit einem sensationellen zweiten Platz brachte sich der 17-jährige Carsten Kopp ins Gespräch um ein EM-Ticket.
ako....23.05.2009.......Sehr aufmerksam verfolgten die Bundestrainer Jörg Helmdach (Männer) und Alexander Leipold (Nachwuchs) die Kämpfe, deren Ergebnisse auch bei der Nominierung für die bevorstehenden Europa- und Weltmeisterschaften der Junioren (U21) berücksichtigt werden - wohlwissend, dass diese Athleten den erweiterten Kaderkreis für die Olympischen Spiele 2012 und 2016 bilden. Eine herausragende Turnierleistung lieferte hierbei der 17-jährige Leutenbacher Carsten Kopp (74 kg, VfK Schifferstadt / ASV Schorndorf) ab, und brachte somit das Bundestrainer-Duo in arge Entscheidungsnöte. Ohne eine technische Wertung abzugeben erreichte er das Halbfinale gegen den frischgebackenen Deutschen Meister (Junioren) Ergün Aydin. Kopp überraschte Aydin im ersten Kampfabschnitt mit einer grandiosen taktischen Leistung und konterte den Deutschen Meister clever zum 2:0 Rundensieg aus. Und auch in Runde zwei war Kopp stets Chef auf der Matte, ging 1:0 in Führung, musste aber neun Sekunden vor dem Gong überraschend den Ausgleich hinnehmen. Nervenstark setzte Kopp postwendend zu einem risikoreichen Beinangriff an, der ihm mit dem Schlussgong den siegbringenden Punkt einbrachte. Somit trafen im Finale der Gewichtsklasse bis 74 kg mit Carsten Kopp und dem mehrfachen DM-Medaillengewinner (Männer) Martin Obst, der jüngste und der älteste Turnierteilnehmer aufeinander, womit die Rollen auch klar verteilt waren. Alles andere als ein klarer Sieg des Berliners wäre eine Riesenüberraschung, waren sich die Experten einig. Doch wie so oft gegen technisch versierte Topringer gelang es Kopp auch in Kleve eine herausragende Leistung abzurufen und für Hochspannung zu sorgen. Beide Athleten gingen äußerst offensiv zu Werke, konnten jedoch immer die Angriffe des anderen abwehren. Technische Wertungen wurden nicht erkämpft, so waren es in beiden Runden schließlich Millimeterentscheidungen am Mattenrand, für die Kopp wegen heraustreten aus der Mattenfläche jeweils mit einem Punkt bestraft wurde. Hauchdünn mit 1:0 und 1:0 Punkten endete der Finalkampf zugunsten des Berliners, der die Wachablösung somit noch einmal verschieben konnte.